
Rauf auf die Palette und ab damit!
In Kopenhagen bringt besecke PKW unter der Erde in Bewegung
„Wir machen das, was wir immer machen: Wir bringen es in Bewegung!“ Gerd Corbes, Software-Spezialist im Sondermaschinenbau,
der Förder- und Umwelttechnik im Hause besecke, erkennt da im Sinne der besecke-Arbeitsfelder eher Routine: „Das sind drei
technisch aufwändige und vor allem für Laien interessante Projekte!“ Das, was sich die Stadt Kopenhagen jetzt angeschafft hat,
scheint wirklich außergewöhnlich. In Gang gebracht wird es von besecke in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Westfalia.
In der Innenstadt der dänischen Hauptstadt entstehen derzeit drei Tiefgaragen. Das Besondere an ihnen ist, dass es keine Einfahrten gibt.
Oberirdisch werden die PKW in einer Einzelgaragen-ähnlichen Box geparkt, der Fahrer zieht nach dem Aussteigen seinen Parkchip und der PKW
verschwindet „irgendwo“ unter der Erde.

Größter Fan dieser Tiefgaragen ist der Kopenhagener Bürgermeister Bo Asmus Kjeldgaard: „Die Parkanlage Nørre Alle ist Teil
unserer Parkstrategie. Wenn wir Autos unter der Straße parken, können wir kleine grüne Oasen in der Stadt schaffen und gewinnen
mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger“, lobte der Bürgermeister die erste der drei automatischen Tiefgaragen.
Und dies sei nicht der einzige Gewinn, freut sich Torben Gleesborg, sein zuständiger Ressortleiter in der Stadtverwaltung.
Er verweist auf die 35 Prozent geringere Fläche, die geringeren Energiekosten durch den Wegfall von Klima- und Beleuchtungsanlagen
sowie die um 80 Prozent reduzierten Emissionen, da das Rangieren während der Suche nach dem Parkplatz entfällt.
Nørre Alle ist zwar das erste automatische Parkhaus in Dänemark, aber nicht das letzte. Während in der Ende Juni eröffneten Anlage
„nur“ 164 Autos Platz finden, wird ein zweites Parkhaus sogar 408 und das dritte, das auch noch in diesem Jahr in Kopenhagen in
Betrieb gehen wird, 268 Palettenplätze enthalten. An allen drei Projekten war und ist Gerd Corbes gemeinsam mit seinen Kollegen
Henrik Seifert und Arne Farjon beteiligt, besecke-Projektleiter für diese Aufträge ist Werner Höppner.
Um besser mit der unbekannten Technik umgehen zu können, hatten die Kopenhagener Bauherren nach der Fertigstellung eine mehrwöchige
Testphase mit zuvor ausgewählten Autofahrern vorgeschaltet. Wie dänische Zeitungen berichten, beherrschte Skepsis anfangs die
„Versuchskandidaten“ gegenüber der Anlage, in der die PKW „verschwanden“. Doch schon nach dem ersten „Wiederfinden“ ihres Autos
durch die Anlage bestimmte Begeisterung die Testphase. „Das ist so leicht wie Tanken oder in die Waschanlage fahren“, werden die
„Testfahrer“ zitiert.
Der besecke-Projektpartner Westfalia gehört seit 2004 zu den Anbietern automatischer Parkanlagen. Das Unternehmen hat bereits
Parksysteme in weiteren Ländern – auch gemeinsam mit besecke realisiert. Derzeit befinden sich automatische Garagen in Dubai
und den USA in der Projektentwicklung. Und auch dort möchte besecke „mit an Bord“ sein.
Die Bugwelle, Dezember 2010


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